Die RadlerInnen

Lisa.JPG
Lisa
, ein kreatives Allround – Talent. Ob Fotografie, Stricken, Nähen (neuerdings auch Banner und Radflaggen) oder Regale anbringen – kein Problem für Lisa. Außerdem bekocht und bebackt sie gerne ihre Freunde und reist mit Leidenschaft. Zur Zeit verbringt sie allerdings die meiste Zeit im Labor mit Bodensubstraten, um Daten für ihre Masterarbeit aufzunehmen. Um dieser Arbeit ein wenig zu entkommen, wird sie zwei Tage mit uns radeln
:)

Lukas.JPG
Lukas:

“Auf den Geschmack von Fahrrad(touren)fahren bin ich schon in der Kindheit gekommen. Seit dem sind Fahrräder meine treuen und höchst effektiven Wegbegleiter. Im Rahmen meines interdisziplinären Studiums mit volkswirtschaftlichem Schwerpunkt in Graz rückten unter anderem klimapolitische Themen in den Fokus meines Interesses. Was eine Begrenzung des menschlich verursachten Klimawandels für ein zukünftigen Treibhausgasausstoß Europas und Österreichs bedeutet, war Inhalt meiner Magisterarbeit. Durch meine Doktoratsstudium in Wien verschob sich der Interessens- und Forschungsfokus zur Energiepolitik. Die Frage, wie ein zukunftsfähiges Wirtschaften und damit auch Energieversorgung aussehen könnte, wird mich noch einige Jahre beschäftigen. Aber neben einer theoretischen Abhandlung sehe ich mich auch zu aktiven Prozessen der Umgestaltung des eigenen und gesellschaftlichen Handelns verpflichtet. Ich sehe heutige wirtschaftliche Strukturen nicht mit den Interesse derzeit lebender und zukünftiger Generationen vereinbar.”

Joe.JPG
Johannes:

“Ich habe Biologie und Botanik studiert, allerdings hat es mich dann zu Beginn der Masterarbeit nicht mehr gefreut und seitdem bin ich nur mehr in Freiwilligen-Arbeit und Aktivismus involviert. Und da ich irgendwie nie gelernt habe für Geld zu arbeiten, bin ich nun geld-, allerdings nicht mittellos. Zum Ende Gelände fahre ich jetzt, da mir unsere Umwelt und Zukunft am Herzen liegt, und wir da zeigen können, dass wir nicht bloß still zu sehen werden, während unsere Regierungen es verschwitzen sich ausreichend für Klima und einen Umstieg auf erneuerbare Energien einzusetzen.”

friekebaum.jpg
Frieke:

“Ich kenne die Probleme um die Lausitzer Braunkohle schon aus meiner Kindheit in Ostdeutschland. Genauso wie das Radfahren. Nach Wien bin ich für meine Doktorarbeit in der Neurobiologie gekommen. Leider habe ich nicht die Zeit um die ganze Tour mitzufahren, und begleite die Gruppe deshalb nur auf den ersten zwei Etappen. Neben moralischer Unterstützung helfe ich außerdem durch Flyer drucken und Videoschnitt.”

DSC00403.JPG
Lisa:

Eigentlich fing alles mit der Frage einer Freundin an, warum ich nie Pferdesalami essen würde, aber die von Rindern und Schweinen schon. Stimmt, dachte ich, gute Frage. Ihr denkt euch jetzt sicherlich, was das bitte schön mit meinem Engagement in der Anti-Kohle-Bewegung zu tun hat. Doch damals begann ich, mir Gedanken um globale und soziale Zusammenhänge zu machen. Ich studierte Ernährungswissenschaften und Human- und Sozialökologie und war währenddessen immer wieder politisch aktiv, u.a. auch für den Klimaschutz. Die Abkehr von fossilen Energieträgern ist ein wichtiger Abschnitt auf dem Weg in eine nachhaltige Gesellschaft. Alternative Energiequellen werden aber nicht ausreichen, wir müssen auch den Energieverbrauch reduzieren. Deswegen finde ich es besonders wichtig mit dem Fahrrad zum Klimacamp zu fahren. Erst letzte Woche hatte ich meine Masterprüfung und ich freue mich jetzt wahnsinnig darauf mit super Leuten (→“die Fahrradgang“) und meinem Fahrrad die nächsten Tage durch die Gegend zu cruisen…

cycle eg.jpg
Paul:

“Servus, ich bin der Paul und das ist meine erste größere und organisierte umweltaktivistische Unternehmung.
Ich wuchs mit dem Gefühl auf, dass wir Menschen drauf und dran sind, unsere eigene Lebensgrundlage auf diesem Planeten zu zerstören.
Als Bub erlebte ich Tschernobyl und als die ersten Bäume in der Stopfenreuther Au gefällt werden sollten, packte die Oma eines Freundes ihr Zelt und schloss sich der letztlich erfolgreichen Aubesetzung an. Im Fernsehen sah ich die Bilder, wie die österreichische Regierung mit Schlagstöcken gegen friedliche Demonstranten vorging, um mehrere Hektar Aulandschaft zu roden.
Ich hatte begriffen, dass es ernst war. Kein Spiel.
Meine Jugend war auch die Zeit des kalten Krieges; Begriffe wie ‘Overkill-Kapazität’ gaben an, wie oft wir uns mit den vorhandenen Nuklearwaffen selbst zuerstören konnten und mein Werkunterricht fand im Atomschutzbunker der Schule statt. Die Studie ‘Global 2000’ war gerade veröffentlicht worden, durch die zum ersten Mal der Klimawandel ins öffentliche Interesse rückte und die zu alarmierenden Ergebnissen kam und meine Eltern lasen Hoimar von Dithfurts ‘So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen – Es ist soweit’.
Gemeinsam mit Lothar Farthofer fuhr ich – mit dem Fahrrad ;)- zu Pestizid und Insektizid versprühenden Bauern, um mir demonstrativ Nase und Mund zuzuhalten und laut zu husten.
Dieses Lebensgefühl hat mich immer begleitet.
Ich habe Hochachtung vor den KollegInnen der Cycle EG Vienna, die die ganze Aktion schon organisiert hatten, bevor ich davon erfuhr, um im selben Augenblick spontan meine Teilnahme zuzusagen.
(mit dem Zusatz, ich müsse zuerst meinen Hintern fragen, ob er mit dieser Radtour könne..😉
Aus zeitlich-beruflichen Gründen kann ich nur die Radtour mitfahren, diese dafür aber ganz.
Mein Ziel soll also der Weg sein.
Deshalb statt einem Foto ein Lied, komponiert und vorgetragen vom lieben Freund Andreas Müller mit meiner Unterstützung an der roten Gitarre – ‘It´s About The Ride’.
gettin´lost, gettin´wild, gettin´found…https://www.youtube.com/watch?v=AHMfalXIYs4
Musikalisch bin ich sonst auch als Organist und Pianist tätig und beschäftige mich mit dem musikalischen Aspekt von Vogelgesang.
Vielleicht darf ich bei der Tour auch mal ins Eisbärkostüm, wenn auch nur der Kopf, das wär fein. :)“

Hannah.JPG
Hannah:

“Klimawandel – das Thema, was mich, seit dem ich (eher zufällig) auf den Protesten bei der Klimakonferenz in Kopenhagen war, nicht mehr loslässt. Das Fahrrad ist für mich Sinnbild einer alternativen Denk- und Lebensweise, die nicht auf fossile Energie setzt, manchmal viel Kreativität fordert (Wie soll man bloß ein 2-Meter-Regalbrett auf dem Rad befestigen?) und sich der Beschleunigung unserer Welt entgegenstellt. Neben dem Radfahren, verbringe ich viel Zeit mit Kaffee trinken, Reisen planen, Yoga, Stricken und meinem kleinen Fensterbank-Garten.
Nächste Projekte nach der Radtour – einen Marathon laufen und die Welt retten! Man muss ja Visionen haben ;)”

P1150271.JPG
Alice und Daniel:

“Servus & Huhu! Aus Zeitgründen (in 10h Treffen wir uns schon alle zum Losfahren und schlafen mag man ja auch noch) stellen wir uns zusammen vor (hehe).

Also der Daniel, der kann ja sowieso nie länger still sitzen, dann wird er schon ganz unruhig und dann ist er auch noch so ein begeisterter All-Wetter-Radfahrer (Sonnenschein, Regen, Gegenwind, Schnee alles dabei), also war für ihn sofort klar bei der Radtour mitzumachen. Und wenn’s dann auch noch ums Klima + Welt retten geht umso besser.

Ich (Alice) kann eigentlich ganz gut länger still sitzen – naja, eigentlich in der Sonne rumknotzen – und ich fahr auch normalerweise, wenn es das Wetter so will nur bei Sonnenschein und Rückenwind (bei der Sache mit dem Wind will das Wetter nur leider nie so richtig…), aber um es mit einem meiner Lieblingszitate zu sagen „Wer sitzt erlebt nichts, und wer nichts erlebt versäumt das Beste”.

Wir haben zwar unterschiedliche Anforderungen ans Radfahr-Wetter, aber wir sind beide sehr engagiert was die Umwelt betrifft und damit auch das Klima. Es wäre auch egoistisch sich nicht für solche Sachen einzusetzen, da es nicht nur uns, sondern noch Generationen nach uns betrifft wie wir jetzt Energielösungen angehen wollen + umsetzen. Wenn wir jetzt wegsehen oder es versäumen zu handeln um endlich aus dieser unnachhaltigen Energiewirtschaft und Ressourcenverschleuderung raus zu kommen, dann sind wir mit Schuld an den dadurch entstehenden Umweltschäden. Und wie sollten uns die Generationen nach uns unsere Teilnahmelosigkeit verzeihen können? Jeder sollte tun was er kann und Radl fahren mit anderen macht ja auch Spaß:)
(ich hoffe, dass hat sich jetzt nicht zu düster angehört, noch ist es für Welten-retter-taten ja nicht zu spät)
Wir sind ja eigentlich Gipfeltürmer und Berg-Trekker (und das bei jeden egal-wie-schlechten-Wetter), deswegen ist diese Radtour auch unsere erste und wir sind schon gespannt, wie unsere Popos das durchstehen werden.”